2:3-NIEDERLAGE NACH VERLÄNGERUNG

Schwenningen-Fluch geht weiter - DEG

DÜSSELDORF. Nachdem es schon gegen Augsburg nicht geklappt hatte, sollte gestern für die Düsseldorfer EG gegen die Schwenninger Wild Wings der erste Saisonsieg her. Doch es ist wie verhext. Auch gegen das Überraschungsteam aus den Top-Sechs blieb die DEG im vierten Anlauf vor 4.736 Zuschauern ohne einen Sieg. Immerhin: Beim 2:3 (0:0; 1:0; 1:2; 0:1) nach Verlängerung blieb ein Punkt in Düsseldorf.

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Jeremy Welsh musste DEG-Trainer Mike Pellegrims seine Sturmreihen etwas umstellen. Die Rot-Gelben kamen mit Schwung aus der Kabine und beschäftigten die Schwenninger gut zwei Minuten in ihrem Verteidigungsdrittel. Den Aufreger der ersten 20 Minuten gab es derweil auf der anderen Seite des Eises. Dan Bakala hatte sich aus seinem Tor in Richtung der von ihm aus gesehen rechten Bandenrundung bewegt, die Scheibe aber nicht so wie geplant verarbeitet bekommen. Eilig hastete er auf die Linie zurück. Die sich ergebende Unordnung im DEG-Defensivverbund nutzte Will Acton, der die Scheibe auf der Rückhand führend zum Tor zog. Im Gewühl stocherte Damien Fleury nach, so dass der Puck sich in Richtung des rechten Pfostens bewegte. Dort versuchte sich Bernhard Ebner als Retter in der Not und wollte die Scheibe mit dem Handschuh wegfischen. Gelang es ihm? Gelang es ihm nicht? Am Ende kam es darauf nicht an, weil gleichzeitig André Hult Dan Bakala derart in die Quere kam, dass dieser nicht mehr adäquat eingreifen konnte. Die Wild Wings jubelten und die Schiedsrichter Hurtik und Schukies machten keine Anstalten, sich die Szene noch einmal beim Videobeweis anzusehen. Als die Spieler schon wieder zum Bully im Mittelkreis bereitstanden, intervenierte Mike Pellegrims und erzwang so doch noch den Gang zu den TV-Bildern. Was dazu führte, dass der Treffer nicht gegeben wurde. Der Grund: Torhüterbehinderung. Das brachte natürlich Gästecoach Pat Cortina zur Weißglut. Wütend schnauzte er die schwarz-weiß Gestreiften an. All das nach exakt 210 Sekunden.

Der Zorn des Trainers übertrug sich auf die Energie der Akteure auf dem Eis, die danach deutlich besser im Spiel waren. In der Folge war der erste Durchgang ohne große Höhenpunkte. Ebner zog in der Schlussphase gefährlich von der blauen Linie ab. Dustin Strahlmeier im Tor der Wild Wings ließ den Puck zur Seite prallen. Daniel Weiß versuchte sich aus spitzem Winkel, doch der Weg zum Tor war versperrt (17.). Wenig später zog Maxi Kammerer mit einer technisch feinen Einzelleistung durch und in den Slot, traf aber nicht (18.).

Im Mittelabschnitt suchte Schwenningen gleich den Weg nach vorn. Hult schoss von der blauen Linie, Fleury nahm den Abpraller, doch Bakala war mit dem linken Schoner zur Stelle (21.). Die DEG legte aber alsbald wieder den Vorwärtsgang ein. Machacek bekam vor dem Tor angespielt nicht genug Druck auf die Scheibe (27.). Lewandowski legte die Scheibe hinter dem und mit dem Rücken zum Tor stehend mit der Rückhand auf für Boyce, der aus halblinker Position den Abschluss suchte. Nach dem folgenden Bully zog Manuel Strodel direkt ab (30.). Die DEG legte nun ein höheres Tempo an den Tag. Barta und Machacek machten gemeinsam Druck auf das Tor der Wild Wings, die Scheibe kam hoch zu Nowak, der voll durchzog (33.). Die DEG brachte nun jede Scheibe zum Tor, sorgte dort aber, wie Pellegrims hinterher einräumte, für zu wenig Verkehr. Die DEG wurde in ihrem Offensivdrang erst durch eine Strafe gegen Nowak unterbrochen. Wenig später musste auch Fleury auf die Sünderbank, so dass auch die DEG erstmals im Powerplay ran durfte. Da lief die Scheibe gut durch die eigenen Reihen. Kammerer feuerte aus zentraler Position aus der Ferne ab, Boyce hob vor dem Tor stehend im rechten Moment den Schläger hoch und fälschte zur umjubelten Führung ab (38.). Die Schiedsrichter gingen erneut zum Videobeweis, um zu überprüfen, ob Boyce den Stock zu weit oben hatte. Hatte er nicht.

Nach etwa vier Minuten im dritten Drittel war die knappe Führung der DEG dahin. Johannes Huß brummte wegen eines Haltens zwei Minuten auf der Strafbank. Die Jungs von Pat Cortina zauberten den perfekten Überzahlspielzug aufs Eis. Aus dem hohen Slot ging die Scheibe von Kalle Kaijomaa tief rechts zu Acton. Der legte sie ansatzlos queer zu Fleury, der keine Mühe hatte, zu vollenden (45.). 187 Sekunden später hatten die wilden Schwäne das Spiel komplett gedreht. Gilati als Vorbereiter und Poukkula als Torschütze waren per 2:1-Konter auf und davon und ließen sich nicht stoppen (48.). Die DEG schlug ihrerseits noch einmal zurück. In Überzahl schlenzte Marco Nowak die Scheibe einfach mal aufs Tor, Bordson stand genau richtig und netzte den Abpraller zum 2:2 ein. So einfach kann Eishockey sein (52.). Barta versuchte per Rückhand-Kraftakt von hinter dem Tor startend noch einmal alles, um alle drei Punkte zu Hause zu behalten. Doch Strahlmeier war aufmerksam (57.)

In der Verlängerung setzte Nowak über die rechte Seite Bordson in zentraler Position perfekt in Szene (62.). Im Gegenzug war Gilati allein durch, verzog aber ebenfalls. Eine weitere Unterzahl wurde der DEG zum Verhängnis. Boyce wegen Beinstellens vom Eis zu stellen, war eine harte Entscheidung, die den Unmut der DEG-Fans hervorrief. Schwenningen glänzte mit einem Mann mehr erneut und sicherte sich mit einem nahezu identischen Spielzug wie dem zum 1:1 den zweiten Punkt.

Weiter geht es am Freitag, wenn die DEG zu den Iserlohn Roosters in Sauerland reist (Spielbeginn 19:30 Uhr). Hier gilt es, die positive Bilanz weiter auszubauen. Am Sonntag gastiert dann der ERC Ingolstadt im ISS DOME (erstes Bully 14:00 Uhr). In beiden Spielen geht es um wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs.