ENTSCHLEUNIGT INS NEUE JAHR

An Silvester ohne Leistungsdruck über die Kasterer Höhe

BEDBURG. Ein heftiger Wind wehte über die Kasterer Höhe, aber es blieb trocken und zaghaft schaute zeitweise sogar die Sonne durch den wolkenverhangenen Himmel. „Bei der Wetterprognose hatten wir mit einem solchen Andrang nicht gerechnet“, erklärte Peter Starch, der als Starter beim Silvesterlauf der Bedburger Turnvereinigung rund 450 Läuferinnen und Läufer, Walker und Nordic Walker auf die Strecke schickte.

Einen solchen Andrang, wie am Silvestertag, hat der sonst eher ruhige und beschauliche Weiler Hohenholz das ganze Jahr über nicht erlebt. Entlang der schmalen Straßen reihten sich Auto an Auto, und die meisten der Besucher nahmen schon mal einen Kilometer und mehr Fußmarsch in Kauf, um zum Start- und Zielbereich zu kommen.

Die Organisatoren um Werner Peters und Stefan Dolfen hatten erstmals die Schützenhütte als Anlaufstelle für den Bedburger Silvesterlauf gewählt. Das ergab gegenüber den Vorjahren eine etwas andere Streckenführung, was aber kein Problem darstellte. Peters ging, wie in den Vorjahren auch, selbst mit auf die Runde. Schließlich galt es, den Teilnehmern an einem Kursus für Laufanfänger und Wiedereinsteiger, den der TV Bedburg im Oktober gestartet hatte, zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen. Der Silvesterlauf über die Kasterer Höhe war Höhepunkt und Abschluss des Lauftreffs.

Rekorde und Bestzeiten spielten bei der 13. Auflage des Laufs keine Rolle. Dabei zu sein und sich ohne Leistungsdruck an der frischen Luft zu bewegen, war für die meisten der Teilnehmer die Hauptsache.

Fast schon zu warm“ war es am Sonntagmittag bei Temperaturen um die zehn Grad für die Bergheimerin Alexandra Mamet, die sich die Distanz von zehn Kilometern vorgenommen hatte. Sie trainiert das Jahr über in der Walking-Gruppe des LC Weilerswist und wollte zum Jahresabschluss mit Gleichgesinnten „einfach Spaß haben“. Martin Broich war aus Köln angereist und ging mit seinen Familienangehörigen aus Elsdorf an den Start. „Zehn Kilometer reichen. Man soll es ja nicht übertreiben“, erklärte der Läufer, der regelmäßig trainiert und auch schon mal einen Halbmarathon gelaufen ist.

Fünf Kilometer drauf legen wollte Desiree Merx aus Erkelenz, die erstmals beim Silvesterlauf der Bedburger Turnvereinigung dabei war und sich mit ihren Freunden 15 Kilometer vorgenommen hatte. „Wir haben das gute Wetter extra bestellt“, freute sie sich, dass es entgegen der Erwartungen nicht regnete. Auch sie hat das Jahr über regelmäßig trainiert und an Volksläufen teilgenommen. Am letzten Tag sollte das Jahr ohne Stress enden.

Gemütlich angehen“ wollte es dagegen die für den TSV Bayer Leverkusen startende Bergheimerin Marion Bauer, die im zu Ende gehenden Jahr schöne Erfolge mit dem Seniorinnenteam der Leverkusener Leichtathleten gefeiert hat und sich an Silvester mit der Fünf-Kilometer-Distanz begnügte.

Mit Start und Ziel an der Schützenhütte im Weiler Hohenholz hatten die Organisatoren von der Bedburger Turnvereinigung wieder einen gutzulaufenden Rundkurs von 5200 Metern Länge über die Kasterer Höhe ausgeschildert. Die Teilnehmer konnten wählen, ob sie eine, zwei oder drei Runden zurücklegen wollten. Einige wagten sich sogar auf die Halbmarathondistanz.

Ob laufend, gehend, alleine oder mit Partner, in der Gruppe oder mit dem Hund, für jeden war das Richtige dabei. Und als Lohn gab es im Ziel neben strahlenden Gesichtern eine Tasse heißen Tee und die begehrte Neujahrsbrezel. „Für Laufsportfreunde gibt es kaum einen schöneren Übergang ins neue Jahr“, hieß es übereinstimmend.