PACKENDE GEFECHTE ZUM GEBURTSTAG

A-Jugendfechter kämpfen in Bergheim um einen Platz im EM- und WM-Kader

BERGHEIM. Während im Museum Bergheimat Olympiasiegerin Ute Wessel, Senioren-Weltmeisterin Astrid Kircheis und Europameisterin Stefanie Kubissa Autogramme gaben, standen ein paar Hundertmeter weiter die besten deutschen Jugend-Säbelfechter beim 30. Willy-Schlegelmilch-Gedächtnisturnier des TSV Kenten auf der Planche. 21 Mannschaften kämpften am Sonntag in der Sporthalle des Gutenberg-Gymnasiums im Teamwettbewerb um den Siegerpokal.

Das war ein schönes Turnier, und wir haben viel Zustimmung von den Gästen bekommen“, fasste der Leiter der Fechtabteilung des TSV Kenten, Wolfgang Kraus, schon vor dem Ende der zweitägigen Veranstaltung zusammen. Erfreut war Kraus auch darüber, dass viele Angehörige der jungen Fechter aus seiner relativ kleinen Abteilung tatkräftig zum Gelingen des Turniers beigetragen haben.

Auf 16 Bahnen wurde am Samstag eines der wenigen internationalen Ranglistenturniere in Deutschland für die männliche und weibliche A-Jugend ausgetragen. 66 Säbelfechterinnen und 75 Säbelfechter, darunter auch Gäste aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich, kämpften um den Sieg, gute Platzierungen und einen Platz im Kader für die Jugendeuropa- und -Weltmeisterschaften. Entsprechend hoch war das Leistungsniveau.

Die drei beim Turnier angetretenen Fechter des TSV Kenten blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Felix Hamacher überstand die Vorrunde, schied dann aber in der Runde der besten 64 mit einer 4:15-Niederlage gegen den späteren Finalisten Elias Hemelsoet aus Belgien aus. Mit dem Damensäbel war für Johanna Werth (U 13) und Lina Marie Schneider (U 17) die Vorrunde Endstation.

Bei dieser Leistungsdichte konnten wir auch nicht mehr erwarten. Johanna hat nach Mülheim erst ihr zweites großes internationales Turnier gefochten. Sie ist auf einem guten Weg“, kommentierte Kraus.

Zum zweiten Mal in Bergheim dabei war Leon Kuzmin vom FC Tauberbischofsheim. Der Sechste der deutschen Rangliste U 17 unterlag in der Runde der besten 32 dem Belgier Jasper van Dyck knapp mit 12:15 Treffern. „Leider gab es keinen Hoffnungslauf, in dem man noch etwas ausbügeln hätte können“, bedauerte der 15-Jährige. Recht froh, dass sie nicht in eine Trostrunde musste, war dagegen seine Schwester Tais Kuzmin. „Das ist hier ein hochrangiges Turnier in einer sportlich angenehmem Atmosphäre. Gegen die starke Konkurrenz bin ich mit meinem zehnten Platz zufrieden“, erklärte die Siebte der U 17-Rangliste bevor sie sich auf das Mannschaftsfinale gegen die TSG Eislingen vorbereitete.

Den Siegerpreis holte sich dann das Eislinger Team. Johanna Werth verstärkte im Teamwettbewerb die Mannschaft aus Belgien. Bei der männlichen Jugend setzte sich im Mannschaftsfinale das Team des Fechtzentrums Solingen gegen den TSV Bayer Dormagen durch.

Packende Finalkämpfe sahen die Freunde des Fechtsports in den Einzelwettbewerben. Bei den Damen holte sich die Dritte der deutschen U 17-Rangliste, Shannen Kuhn von der TSG Eislingen, mit einem 15:11-Erfolg gegen Vienna Stapf vom FC Künzelsau den Turniersieg. Im Wettbewerb mit dem Herrensäbel gewann Julian Disler vom FZ Solingen das Finale gegen den Belgier Elias Hemelsoet aus Gent mit 15:10 Treffern.

Erstmals in Bergheim dabei waren zwei Mannschaften des PSV Rostock. Die Mädchen aus der Hansestadt an der Ostsee belegten den sechsten Rang. Die jungen Männer mussten sich mit Platz elf begnügen. Wolfgang Kraus war erfreut über die Möglichkeit, mit den Rostockern Kontakt aufzunehmen. Im nächsten Jahr werden dort die deutschen A-Jugendmeisterschaften ausgetragen, und da wollen die Kentener dabei sein.