ZWEI TSV FECHTERINNEN IM MANNSCHAFTSWETTBEWERB

...der deutschen Meisterschaften auf dem Silberrang

Die Vizemeisterinnen Reihs, Müller, Jütten und Eitner (v.r.:) mit ihren Trainern Kakoschke-Schwietz (TSV Bayer) und Lieverkus (Wuppteraler FC) (hinten) nach der Siegerehrung

LEVERKUSEN. Vizemeistertitel in der Mannschaft und zwei sechste Plätze für die TSV Fechterinnen lautet die Bilanz der deutschen Meisterschaften der B-Jugend-Damen in Heidenheim. Insgesamt machten sich fünf U14- sowie vier U13-Fechterinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen nach Heidenheim auf, um die Deutschen Meisterschaften im Einzel sowie im Länderpokal im Damendegen auszufechten.

Im Feld der je 54 besten deutschen Fechterinnen wurde in beiden Jahrgängen über eine Vor- und Zwischenrunde gefochten. Leider schafften es Greta Leenen (Rang 40) sowie Lina Lützenkirchen (37. Platz) nur in die Zwischenrunde. Lina hatte aber mit starken Magenkrämpfen zu kämpfen, wegen derer sie kurz vor der Fahrt ins Krankenhaus stand, und so unterstrich die gezeigte Leistung den Kampfgeist der jungen Sportlerin. Im U14-Jahrgang starteten nach soliden Gefechten Svenja Jütten vom fünften, Fiona Müller vom siebten, Nele Prinz vom zwölften sowie Marie Schulz vom 19 Platz in die Direktausscheidung. Im jüngeren B-Jugend-Jahrgang ging es für Juna Gonano von Rang sechs, Laura Amian von Rang neun sowie Lucie von der Heide von Rang 21 in die 32er-Gefechte, die bei beiden Jahrgängen mit Hoffnungslauf ausgetragen wurden.

Bei den älteren B-Jugendlichen Fechterinnen musste sich Nele Prinz bereits im Auftaktgefecht der Berliner Fechterin Leah Haase geschlagen geben, die in der zweiten Runde, dem 16er-Siegerlauf, auch Svenja Jütten mit 7:10 besiegen konnte und damit beide TSV-Fechterinnen in die Hoffnungsläufe schickte. Für Fiona Müller ging der Weg vom 16-er Siegerlauf ebenfalls nach einer Niederlage in den Hoffnungslauf. Marie Schulz brachte ihr erstes Gefecht der Direktausscheidung gegen die Wuppertalerin Annika Eitner nicht durch, konnte sich auch im Hoffnungslauf nicht durchsetzen und beendete den Wettkampf damit auf dem 26. Platz.

Im Hoffnungslauf um die Plätze 12 bis 16 hatte die Leverkusenerin Jütten mit der Fechterin Koiou vom SV Böblingen an diesem Tag ein schweres Los. Nach Sage und Schreibe 19 Doppeltreffern war es reine Nervensache, wer das Gefecht gewinnt. Mit ihrer mutigen Taktik wurde Svenja nicht belohnt, blieb an der Böblingerin hängen und diese setzte den entscheidenden Treffer zum 10:9. Für Svenja ergab sich damit Platz 15. Gleichzeitig traten auch die anderen Leverkusener Fechterinnen Nele und Fiona auf die Planche. Ihre Gefechte standen ebenfalls 9:9, letztlich konnten sie sich aber mit den entscheidenden Treffern zum 10:9 durchsetzen.

Als letzte Hürde zum Einzug ins Viertelfinale traf Nele Prinz im Hoffnungslauf der Plätze acht bis zwölf auf die spätere Finalistin Emily Frommolt vom FC Leipzig. Diese war gegen die Heidenheimerin Anna Karsten in den Hoffnungslauf geschickt worden, konnte sich aber gegen die TSV-Fechterin durchsetzen und verwies damit Prinz auf den 10. Platz. Mit einem Sieg und dem Einzug ins Viertelfinale wahrte als letzte Leverkusenerin noch Fiona Müller die Leverkusener Hoffnungen auf einen Podestplatz. Aber auch sie scheiterte an diesem Tag mit 6:10 an Karsten vom Heidenheimer SB und erreichte einen guten sechsten Platz.

Im Finale standen sich die Leipzigerin Frommolt, die in dieser Saison auch den Gesamtsieg der Allstar Challenge erzielen konnte, und Lina Zerrweck vom Heidelberger Fechtverein gegenüber. Die Heidelbergerin überzeugte mit einem 10:7 und verwies Frommolt auf den Silberrang. Die Bronzeplätze belegten Anna Karsten vom Heidenheimer SB sowie Patricia Schulenburg vom FC Kassel.

Im jüngeren Jahrgang musste Lucie von der Heide nach verlorenem Auftakt im ersten Hoffnungslauf gegen Mara Maier von der FSG Warendorf antreten. Gegen die spätere Bronzegewinnerin erreichte sie mit 9:10 ein äußerst knappes Ergebnis und den 29. Platz. Laura Amian kam eine Runde weiter im Siegerlauf, musste dann aber ebenfalls in den Hoffnungslauf um die Plätze 16 bis 24. Mit 9:10 unterlag sie dort ebenfalls sehr knapp der Dortmunderin Marla Stripp und kam somit auf den 19. Platz. Die TSV-Fechterin Juna Gonano hatte bis ins Viertelfinale einen sehr guten Tag und stand gegen die ebenfalls spätere Bronzegewinnerin Johanna Pahlow von der TG Schwenningen gut auf der Planche. Mit dem unglücklichen Endstand von 9:10 musste aber auch sie sich geschlagen geben und stand damit am Ende auf dem sechsten Platz.

Das Finale bestritten schließlich Jennifer Tuttla vom FC Krefeld, die sich als einzige Finalistin über eine makellose Bilanz verfügte, und Kimberly Walther vom FSV Görlitz. Die Sächsin behielt den Überblick, siegte mit einem 9:7 und erreichte somit den Titel.

Im Mannschaftswettkampf, dem Länderpokal waren die Leverkusener Fechterinnen in allen vier Mannschaften des Rheinischen Fechterbundes (Nordrhein) vertreten. Mit nur einem Sieg in der Vorrunde mussten aus einem reinen TSV-Team zusammengestellten Fechterinnen von Nordrhein 4 mit Gonano, Leenen und von der Heide gegen die ersten der Vorrunde Nordrhein 1 mit den TSV-Fechterinnen Jütten und Müller sowie der Wuppertalerin Eitner und der Solingerin Reihs antreten. Dies bedeutete am Ende Rang 13. Das Team um die Leverkusenerinnen Prinz und Schulz und die Bonner Fechterin Fischer als Nordrhein 3 konnten in der Vorrunde ebenfalls nur einen Sieg erzielen und traten gegen die Mannschaft Baden-Nord mit der neuen Deutschen Meisterin im U14-Jahrgang Zerrweck, Trunk vom FC Mosbach sowie der Pforzheimerin Rank an, denen sie sich erst in der letzten Begegnung mit 36:41 geschlagen geben mussten. Für Nordrhein 3 ergab sich damit der 12 Platz.

Laura Amian startete in der Mannschaft Nordrhein 2 zusammen mit den Solinger Fechterinnen Bienefeld und Secer sowie der deutschen Vizemeisterin U13 Tuttla. Konnten sie in der ersten Runde der Direktausscheidung noch die Mannschaft aus Westfalen mit 45:38 schlagen, waren sie im Viertelfinale der Mannschaft aus Württemberg mit Zittel, Alves de Lima und Karsten (alle Heidenheimer SB) sowie Koiou (SV Böblingen) mit 34:45 unterlegen und erreichten den achten Platz.

Im Viertelfinale standen als Gegnerinnen für Nordrhein 1 die Mannschaft aus Baden-Nord auf der Planche. Aufgrund einer Verletzung von Lina Zerrweck erreichte Nordrhein kampflos das Halbfinale gegen Sachsen um die Vizemeisterin Frommolt, Ziegler (beide FC Leipzig) sowie Segura und Thiele vom SFV Oschatz und besiegten diese sicher mit 45:31. Das andere Halbfinale gewannen die Fechterinnen aus Württemberg und so hieß das Finale Nordrhein gegen Württemberg. Das kleine Finale bestritten die Mannschaften aus Hessen und Sachsen, bei denen die Hessinnen mit einem Endstand von 21:17 den dritten Platz sicherten.

In dem nachfolgenden Herzschlagfinale und mit dem Trefferstand von 45:44 mussten sich die TSV-Fechterinnen Jütten und Müller mit ihren Mannschaftskolleginnen Eitner und Reihs den Degenspezialistinnen aus Württemberg und dem zweiten Platz leider geschlagen geben. Zu Beginn der Stafette kamen die Württembergerinnen besser in die Gefechte, die Mannschaft Nordrhein konnte dies aber in einen leichten Vorsprung verwandeln. Die Heidenheimerin Zittel konnte in ihrem letzten Gefecht einen Ein-Treffer-Vorsprung erzielen, den die Mannschaft dann auch im letzten Gefecht verteidigte. Nach anfänglicher Enttäuschung aufgrund des denkbar knappen Resultats konnten sie sich aber bei der Siegerehrung schon wieder freuen.

Das Resümee des TSV Trainers Paul Kakoschke zu den Deutschen Meisterschaften: „Auch ohne Titel konnten die Sportlerinnen sich durch Kampfgeist und Durchhaltevermögen Respekt erarbeiten. Körperliche Unterschiede sind in dieser Altersklasse aber manchmal noch zu wichtig im Titelkampf. Die jüngeren B-Jugendlichen haben gesehen, wo sie stehen und dass sie national durchaus mithalten können, was ihre Motivation für die kommende Saison sicherlich noch steigern wird. Die U14 Damen konnten sich fast alle zum Vorjahr verbessern. Als Trainer müssen wir noch daran arbeiten, die Fechterinnen taktisch besser einzustellen, da sie in diesen Gefechten meist knapp verloren haben. Die Leistungen der Athletinnen sind im Gesamtergebnis aber gut gewesen.“