LEIDENSCHAFT UND KAMPFGEIST

Badmintonteams aus Deutschland und Frankreich begeistern die Fans

BERGHEIM. Für die Badmintonabteilung der DJK Bergheim war es ein großer Tag. Erstmals in der 45-jährigen Geschichte der Abteilung hatte der Deutsche Badminton Verband ein Länderspiel nach Bergheim vergeben. „Das ist für uns eine schöne Gelegenheit, unseren Verein und unseren Sport zu präsentieren. Wir hoffen, dass sich die Mühen auch lohnen“, sagte der Leiter der rund 75 Mitglieder starken Abteilung, Bastian Rommerskirchen.

Rund 200 Zuschauer erlebten auf der Tribüne in der Sporthalle am Gutenberg-Gymnasium einen tollen Abend mit rasantem Sport, packenden Spielen und aufmerksamen Gastgebern. Schon beim Einmarsch der Mannschaften aus Deutschland und Frankreich mit der Teamvorstellung und den Nationalhymnen kam prächtige Stimmung auf. Garanten für großartigen Sport waren die Aktiven aus beiden Ländern. Deutsche Spitzenklasse traf auf den beiden, extra für das Länderspiel verlegten Spielflächen auf die Europameister aus dem Nachbarland.

Die beiden Verbände aus Deutschland und Frankreich bereiten ihre Mannschaften gemeinsam auf die U-19-Weltmeisterschaften, die im Oktober in Indonesien ausgetragen werden, vor. „Gemeinsam wollen Frankreich und Deutschland der scheinbar übermächtigen Phalanx aus Asien etwas entgegensetzen“, erklärte Heinz Bußmann von der betreuenden Agentur AEP aus Delmenhorst.

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Im ersten Vorbereitungs-Länderspiel am Sonntag in Dillenburg war es der deutschen Mannschaft sogar gelungen, dem amtierenden Europameister eine Niederlage beizubringen. „Der französische Trainer reagierte sauer und stauchte seine Spielerinnen und Spieler zurecht“, berichtete Bußmann.

Entsprechend motiviert traten die Gäste einen Tag später in Bergheim auf. Hauke Gralmann und Tim Fischer hatten im Herren-Doppel keine Siegchance und unterlagen dem französischen Paar William Villeger/Samy Corvee in zwei Sätzen mit 16:21, 14:21. Anders sah es im parallel laufenden Damendoppel aus. Hier boten Stine Küspert und Miranda Wilson den Französinnen Ainea Desmons und Vilmala Heriau ein packendes Duell. Mit viel Leidenschaft und Einsatzfreude gewannen die Deutschen den ersten Satz mit 21:17. Im zweiten Durchgang drehten die Bronzemedaillengewinnerinnen der EM 2016 und Mannschafts-Europameisterinnen den Spieß um und kamen mit 21:15 zum Satzausgleich.

Der dritte Satz war hartumstritten. Langanhaltende Ballwechsel mit allen Varianten der Schläge brachten für beide Team Beifall auf offener Szene. Mit rhythmischem Klatschen versuchten die Zuschauer vor allem das deutsche Team nach vorne zu puschen. Für Küspert/Wilson sah es bis zum 18:15 gut aus. Und dann war der Faden plötzlich gerissen. Die Französinnen schafften den Ausgleich zum 18:18 und setzten sich dann in einem fulminanten Endspurt mit 21:18 durch. Frankreich führte mit 2:0.

Wegweisend für sein Team war danach der Auftritt von Matthias Kicklitz. Der Deutsche Meister im Mixed sah im Einzel gegen den 21. der Weltrangliste, Eloi Adam, zunächst chancenlos aus und verlor den ersten Satz mit 15:21. Dann zeigte der Hamburger seinen Kampfgeist. Mit 21:18 schaffte er den Ausgleich. Im dritten Satz behielt Kicklitz beim Stande von 20:19 die Nerven und verwandelte den Matchball zum umjubelten 21:19.

Badminton vom Feinsten boten die Akteure auch in den weiteren Spielen. Lukas Resch vom 1. BC Beuel und Miranda Wilson von der SG Schorndorf punkteten für Deutschland. Die Französische Meisterin im Dameneinzel, Juliette Moinard, sicherte schließlich mit einem Drei-Satz-Sieg gegen Ann-Kathrin Spöri vom TuS Geretsried den 4:3-Sieg ihrer Mannschaft.

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li. oben: Nationaltrainer mit Stine Knüstert und Miranda Wilson